Die Spionagekamera XXL im Optikparcours der Stadt Wetzlar

Die MINOX Spionagekamera XXL ist ein originalgetreuer Nachbau der digitalen Spionagekamera, MINOX DSC, im Maßstab 23:1 (2 Meter breit und 50 Zentimeter hoch - die Gesamthöhe der Installation beträgt 1,40 Meter) und wiegt 374 kg. Als Zeitzeuge im Innern der Stadt Wetzlar erinnert sie an die Ur-MINOX, die im Jahr 1936 von Walter Zapp, dem Erfinder der MINOX, als Prototyp entwickelt und gebaut wurde. Als kleinste Kamera der Welt hat sie sich als „optisches Notizbuch“ in Zeiten des Kalten Krieges den Ruf der Spionagekamera erworben. In mehr als fünf Jahrzehnten waren MINOX 8x11mm Kleinstbild-Kameras weltweit ein begehrtes Werkzeug für die Freizeitfotografie.

Für den Standort, der sowohl die kameraspezifischen Belange, wie einen interessanten Hintergrund, Lichtverhältnisse und Ähnliches berücksichtigt, als auch die Verträglichkeit mit dem Stadtbild gewährleisten sollte, gab es natürlich einige Diskussionen. Der letztlich von der Stadt genehmigte Standort an der Lahn bietet der Kamera einen optimalen Platz hinsichtlich der Kulisse für die Aufnahmen und die Erreichbarkeit der Besucher. Die hohe Besucherfrequenz bestätigt dies.

Die Ideenphase. Noch ist das Zeichenblatt weitgehend leer und wartet darauf, mit realisierbaren technischen Daten gefüllt zu werden.

Die 3D-Computeranimation. Nach dem 2D-Vorentwurf wurde das Gehäuse mit einem modernen 3D-System modelliert. Die Daten hieraus ermöglichen die anschließende computerunterstützte Fertigung der Teile mit einer hohen Präzision.

Die Schweißkonstruktion des Gehäuses und des Stativs sind fertig. Das Gehäuse besteht komplett aus rostfreiem Edelstahl. Die Wände sind 3mm stark und für hohe Beanspruchungen ausgelegt. Den oberen und unteren Abschluss bilden dickwandige umlaufende Rohre, die die runden Ecken und Kanten bilden und die Konstruktion extrem versteifen.

Die Schweißnähte des Gehäuses werden zugespachtelt und sauber beschliffen, so dass ein glatter Übergang der Flächen an der Rundung entsteht.

Das fertig lackierte Gehäuse ist bereit zur Vormontage. Hierbei werden die Scheiben aus Verbund-Sicherheitsglas, die Bedienknöpfe und eine Wärmedämmung im Innenraum angebracht.

Die Bedienteile und der Schriftzug sind montiert und holen das Gehäuse aus der Anonymität heraus: Jeder sieht, hier entsteht eine echte MINOX.

Allerdings nicht in der Dimension, die für MINOX urtypisch ist, wie das Original on top zeigt.

Die Liebe zum Detail spiegelt sich, wie hier zum Beispiel, in der formgetreuen Gestaltung der Tragöse und der Kontaktleiste wieder.

Der Programmwähler aus massivem Aluminium wiegt ca. 12 kg.

Die Kamerakomponenten werden auf der Plattform angeordnet.

Die wesentlichen davon sind ein Bordcomputer, ein Monitor, die Kamera mit der Steuerelektronik, eine Audio-Anlage, einer Notstromversorgung, einer Be- und Entlüftungsanlage u. v. a. m.

Das Stativ ist eine schwere, geschweißte Stahlkonstruktion, die Oberfläche ist feuerverzinkt und pulverbeschichtet. Mit seinen 210 kg ist es statisch nicht nur für die Kameralast, sondern auch für evtl. auftretende äußere Fremdeinwirkungen ausgelegt. Ein massives Betonfundament sorgt für einen sicheren Stand.

Aufbau des Technikboards vor Ort.

Schwerstarbeit. Das 150 kg schwere Gehäuse wird auf die Führungssäulen des Stativs aufgesetzt.

Die „Verheiratung“ der Technik mit dem Gehäuse. Vergleichbar mit der Montage eines PKW werden zum Schluss der intelligente mit dem dekorativen Teil - beide sind unabhängig voneinander entstanden - vereinigt.

Das Kameragehäuse schwebt noch über der Technik. Die Vorboten des Hessentags 2012 im Hintergrund verleihen den Arbeiten den entsprechenden Termindruck.

Geschafft! Das Gehäuse passt perfekt auf das Stativ. Die Gehäusebauer und der Lackiermeister können stolz auf ihre Arbeit sein.

Das Werk ist vollendet. Die fertiggestellte Kamera präsentiert sich stolz auf dem Haarplatz in Wetzlar mit Blick auf die alte Lahnbrücke und den Dom. Sie ist 23 mal so groß und 2.500 mal so schwer als ihr Vorbild, das Original.

Kritischer Blick durch die Öse für die Handschlaufe. (Diese wird wohl bei der XXL-Ausführung nicht gebraucht).

Die offizielle Einweihung im November 2012. MINOX-Geschäftsführer Thorsten Kortemeier freut sich mit Herrn Semmler von der Stadt Wetzlar, den beteiligten Firmen und den MINOX-Mitarbeitern über das gelungene Projekt.

Wir danken allen, die an diesem Projekt beteiligt waren:

Alfred Hengst, freier Mitarbeiter der MINOX GmbH
Gesamtkonzept, Konstruktion und Herstellung des inneren mechanischen Aufbaus.
Projektleitung und Dokumentation

Fa. Schlosserei Jochen Haag, Solms
Komplette Konstruktion des Gehäuses mit Stativ, Anfertigung und Montage.
Besonderen Dank an Herrn Steffen Schuldt für seine kreative Leistung am CAD, sein „Mitanpacken“ und die gute Zusammenarbeit

Fa. Liftpictures GmbH,Tom Nolting
Planung und Ausführung des Fotosystems mit Bildverarbeitung und –Speicherung

Fa. Autolackierbetrieb Rudolf Deusing GmbH, Braunfels-Bonbaden
Lackierung des Gehäuses mit allen erforderlichen Vorarbeiten an der Schweißkonstruktion.
Besten Dank an Herrn Rudolf Deusing für sein Engagement, seinen persönlichen Einsatz bei diesem Projekt und letztlich für seine einwandfreie Arbeit

Fa. Süss Oberflächentechnik GmbH, Wetzlar
Dekorative Oberflächenveredlung der metallischen Applikationen („Bedienteile“)

Fa. Befort OD GmbH, Wetzlar
Reflexmindernde Beschichtung der Schutzscheiben

Magistrat der Stadt Wetzlar
Vielen Dank für die Überlassung des ausgewählten idealen Standorts der Kamera vor der Kulisse der Altstadt mit hohem Aufmerksamkeitswert für Besucher

Danke auch an das Hoch- und Tiefbauamt und deren Mitarbeiter für ihre vorbildliche Unterstützung.